Cluster financier luxembourgeois et travailleurs frontaliers dans la Grande Région : regards croisés entre économie et gestion

Cluster financier luxembourgeois et travailleurs frontaliers dans la Grande Région : regards croisés entre économie et gestion

Grenzraum
Großregion
Sprache(n)
Französisch
Einleitung

Basierend auf dem Ansatz von Porter zeigt dieser Artikel, dass eine Verbindung zwischen den grenzüberschreitenden Pendlerströmen und der Anziehung von Schlüsselkompetenzen im Sinne eines Wettbewerbsvorteils für den luxemburgischen Finanzsektor besteht.

Zusammenfassung

Das Land Luxemburg im Herzen der Großregion ist ein bedeutender internationaler Finanzplatz, der als « Finanzcluster » betrachtet werden kann. Die Aktivität des dortigen Finanzsektors trägt direkt oder indirekt zum wirtschaftlichen Wachstum des Landes und der umliegenden Regionen bei. Basierend auf dem Ansatz von Porter zeigt dieser Artikel, dass eine Verbindung zwischen den grenzüberschreitenden Pendlerströmen und der Anziehung von Schlüsselkompetenzen im Sinne eines Wettbewerbsvorteils für den luxemburgischen Finanzsektor besteht. Diese Beobachtung wird von einer detaillierten Analyse der grenzüberschreitenden Arbeitnehmer_innen und der Besonderheit des Arbeitsmarktes und der Wirtschaft in Luxemburg untermauert. Jedoch scheinen die beschriebenen Wechselbeziehungen von den Strukturreformen und den Konjunkturschwankungen des Antriebslands betroffen zu sein, was von einer „prozyklischen“ Verbindung zeugt.

Inhalt

Die zentrale Problematik dieses Artikels baut sich um die folgenden Fragen auf: Sind Grenzarbeiter_innen und « einheimische » Arbeitskräfte gleichermaßen von einer Konjunkturschwächung betroffen? Existieren Komplementaritäts- und Substituierbarkeitsphänomene zwischen den Arbeitnehmer_innen? Lässt sich eine Segmentierung des Arbeitsmarktes zwischen diesen zwei Kategorien von Arbeitnehmer_innen feststellen? Kann die grenzüberschreitende Arbeit als „Stoßdämpfer“ für Krisen betrachtet werden? Um diese Fragen zu beantworten befasst sich der Artikel zunächst mit dem Begriff des Finanzclusters, (I) indem er dessen komplexen Charakter, v.a. im Hinblick auf die Definition Porters, hervorhebt. Anschließend folgt eine detaillierte deskriptive Studie der Beschäftigungsdynamik in der Großregion, indem zunächst (II) der Zusammenhang zwischen dem Aktivitätszyklus des Clusters und der Arbeitsdynamik hervorgehoben wird, bevor (III) in einem Fazit verschiedene Reflexionselemente und Antworten präsentiert werden.

Der Beitrag diskutiert die Idee des Clusters auf Grundlage bestehender wissenschaftlicher Literatur, insbesondere aus den Managementwissenschaften. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den internationalen Arbeitnehmerströmen auf Basis des Expatriationsansatzes. Die Untersuchung führt zu einer Definition eines Clusters als ein Raum, der verschiedene materielle und immaterielle Ressourcen bündelt, welche die Produktion von Waren und Dienstleistungen ermöglichen. In einem zweiten Schritt zeigt der Artikel auf, wie die wirtschaftliche Dynamik des Großherzogtums bis zum Beginn der Finanzkrise 2008 von einem massiven Rückgriff auf ausländische Arbeitskräfte (vorrangig grenzüberschreitend und mehrheitlich französisch) begleitet wurde. Im dritten Schritt analysiert der Artikel die Verbindungen zwischen dem Rückgriff auf Grenzgängern und Konjunkturschwankungen. Für die Autor_innen ist das Land Luxemburg das beste Beispiel eines Finanzclusters.

Fazit

Nachdem aufgezeigt wurde, dass der Begriff des Clusters vielfältige und komplexe Merkmale aufweist, insbesondere wenn seine Analyse auf der Basis der Ideen von Porter stattfindet, folgt eine deskriptive Analyse der Dynamik der grenzüberschreitenden Arbeiter_innen. Diese Dynamik, die seit zwanzig Jahren boomt, erlaubt es vielen Arbeitnehmer_innen aus den Grenzländern, eine größtenteils stabile Beschäftigung in Luxemburg zu finden, während das Großherzogtum die Dynamik nutzt, um seine Probleme mit dem Fachkräfteangebot zu lösen. Dennoch kann dieses fruchtbare Verhältnis durch das Auftreten von Wirtschafts- und Finanzkrisen verändert werden, zumal Luxemburg ein Cluster ist, das seine Tätigkeiten auf den Finanzsektor im Land konzentriert. Die Änderungen der Vorschriften (steuerlich im Zusammenhang mit der „Steueroase“ Luxemburg, finanziell im Zusammenhang mit dem Basel-3-Abkommen) können unter anderem das Verhältnis zwischen der Arbeitsnachfrage in Luxemburg und dem Arbeitsangebot der Grenzgänger_innen verändern. Makroökonomische Arbeiten, eingesetzt bei der Zeitreihenökonometrie, würden es auf lange Sicht ermöglichen, diese Diagnose zu präzisieren

Kernaussagen

Der seit zwanzig Jahren boomende luxemburgische Cluster ermöglicht es vielen Arbeitnehmer_innen aus den Nachbarländern, eine relativ stabile Beschäftigung zu finden. Zudem hilft es dem Großherzogtum Luxemburg, seine Probleme mit dem Angebot an qualifizierten Arbeitskräften zu lösen. Der Artikel zeigt, dass diese Beziehung dennoch durch das Auftreten von Wirtschafts- und Finanzkrisen verändert werden kann. Die Entwicklungen der steuerlichen und finanziellen Regelungen (im Zusammenhang mit der „Steueroase“ Luxemburg und im Zusammenhang mit dem Basel-3-Abkommen) können unter anderem das Verhältnis zwischen der Arbeitsnachfrage in Luxemburg und dem Arbeitsangebot der Grenzgänger verändern.

Leitung

Vincent Fromentin

Verfasser des Eintrags
Beiträge

CEREFIGE – Université de Lorraine

BETA – Université de Lorraine

CREA – Universität Luxemburg

MSH Lorraine

Ansprechpartner

Vincent Fromentin

Fonction
Maître de Conférences
Organisation
Centre Européen Universitaire de Nancy, Université de Lorraine, France
Erstellungsdatum
2018
Datum
Erschienen in
Revue du marché commun et de l'Union Européenne, 2018, Vol. 617, pp. 230-239
Identifikationsnummer

ISSN: 0035-2616