Präsentation

Während die Border Studies bis in die 1980er Jahren noch stark von territorialem Denken bestimmt waren, ist seit den späten 1990er Jahren eine wachsende disziplinäre Vielfalt und damit eine größere Bandbreite an Gegenstandsbereichen, Untersuchungsfragen und theoretisch-konzeptionellen Bezugspunkten zu beobachten.

In diesem Zuge hat sich die Annahme durchgesetzt, dass Grenzen sozial (re)produziert werden und als Ergebnisse von politischen, sozialen, ökonomischen, ökologischen und kulturellen Prozessen zu betrachten sind. Die Untersuchung von Grenzen und Differenzen richtet sich demnach nicht auf sie selbst, sondern auf die Prozesse ihrer Einsetzung, Verschiebung oder Überschreitung. Diese ‚Dezentrierung der Grenze’ zugunsten der ‚Praxis der Grenze’ (bordering) bildet ein methodologisches Grundprinzip der Arbeiten des UniGR-Center for Border Studies.

Dieser Ansatz ist übertragbar auf materielle und immaterielle Grenzen und greift in allen Gegenstandsbereichen des Sozialen. Er ist anschlussfähig für unterschiedliche räumliche und zeitliche Untersuchungskontexte, verschiedene Disziplinen und Erkenntnisinteressen.