Programm Atelier Bordertexturen
26. Juni 2019
Border Aesthetics: Visibility and Invisibility at the US-Mexico Divide
Markus Heide (Universität Uppsala, Schweden)
26. Juni 2019, 16.00-18.00 Uhr
Universität des Saarlandes, Campus Saarbrücken
In den 80er und 90er Jahren konzentrierten sich Künstler und Schriftsteller – die sich mit dem beschäftigten, was heute als Border Arts bezeichnet wird – vor allem auf Formen der kulturellen Überschneidung und Vermischung sowie auf Konzepten der De-Kategorisierung. Einige dieser Künstler und Schriftsteller haben das utopische Potenzial des Grenzraums hervorgehoben. Ihre literarischen und künstlerischen Arbeiten haben dazu beigetragen, verschiedene Formen der Vermischung zu theoretisieren. Ihre Border Arts inspirierte postkoloniale Konzepte von Hybridität, Metissage und Mestizaje. Nach dieser Zeit, in den späten 90er Jahren und insbesondere nach dem 11. September, gewann Surveillance als kritisch zu thematisierender Gegenstand in der Kunst an Bedeutung. In jüngerer Zeit verlagerte sich der Schwerpunkt von Border Arts auf Fragen der Gewalt: Gewalt im Kontext von Drogen, Frauen und Einwanderung, aber auch strukturelle Gewalt, die Kriterien dahingehend bestimmt, wer die Grenze überschreiten darf und wer nicht. In dem Vortrag wird das Zusammenspiel von Politiken und Ästhetiken im Gebiet der heutigen US-mexikanischen Grenze diskutiert.
Markus Heide ist associate professor am Schwedischen Institut für Nordamerikastudien an der Universität Uppsala. Seine jüngsten Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf die interamerikanischen Beziehungen (USA, Kanada, Mexiko) und die Grenze zwischen den USA und Mexiko. In diesem Zusammenhang war er Mitherausgeber von “Hemispheric Encounters: The Early United States in Transnational Perspective” (2015) und veröffentlichte wissenschaftliche Beiträge zu Grenzfilm, Grenzkunst und „Narkokorridos“ in den USA und Europa. 2017 und 2018 war er Gastwissenschaftler am “Center for Iberian and Latin American Studies” an der UC San Diego und betrieb Feldforschung über die US-mexikanische Grenze als umkämpfter Raum: Film, Kunst und Populärkultur.
6. Dezember 2018
Globalized Borders: An Archaeology of Border Theory, Border Poetics and Border Aesthetics
Johan Schimanski (University of Oslo, Norwegen & University of Eastern Finland, Finnland)
6. Dezember 2018, 15.30-17.00 Uhr
Universität Luxemburg, Campus Belval
Maison du Savoir, salle 4.510
Border Theory, Border Poetics und Border Aesthetics sind theoretische Formationsprozesse, die den Zwischenraum zwischen Literatur- und Kulturwissenschaften sowie Border Studies vor dem Hintergrund des Poststrukturalismus, des Postkolonialismus und der Chicana/o Studien einnehmen. In diesem Vortrag werde ich eine geschichtliche Entwicklung der theoretischen Anliegen, Konzepte und interdisziplinären Verpflichtungen nachzeichnen, die sich in diesen Herangehensweisen an Grenzen entwickelt haben. Was kann uns eine solche geschichtliche Entwicklung über mögliche zukünftige Entwicklungen in der Erforschung von Grenzen und Kultur voraussagen, in einer Welt, in der Grenzen zunehmend globalisiert werden, so wie in der jüngsten Entstehung des Konzepts der Bordertexturen?
Johan Schimanski ist Professor für Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Oslo und Research Head im dortigen Department of Literature, Area Studies and European Languages. Zudem ist er an der Universität Ostfinnland als Professor für kulturelle Begegnungen tätig. Aktuelle Publikationen umfassen unter anderem den Sammelband Border Aesthetics: Concepts and Intersections (2017). Die deutsche Übersetzung seines Buches zum Thema Border Theory wird 2019 in Deutschland erscheinen.
13. Juni 2018
Migrierende Grenzen und Zeitverschiebungen: Zum Zusammenhang von Temporalitäten und Grenzüberquerungen in Europa
Carolin Leutloff-Grandits
Europa Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
13. Juni 2018, 16.00-17.30 Uhr
Universität des Saarlandes, Campus Saarbrücken
Gebäude B 3.1, Sitzungssaal 011
Grenzüberquerungen beinhalten nicht nur den Wechsel eines Ortes, sondern haben auch eine zeitliche Dimension. Darauf fokussiert der Vortrag und fragt, wie durch „Grenztemporalitäten“ Grenzen konstituiert werden. Dies basiert auf der Annahme, dass jeder Raum und jeder Grenze eines Raumes sowohl durch seine Territorialität als auch durch Zeit definiert ist: Raum und Zeit finden sich in räumlichen Praktiken, Erinnerungen und Narrativen wie auch in den Hoffnungen und Ängsten wieder, welche die Geschichte einer imaginierten Gemeinschaft an ein gegebenes Territorium knüpfen. Der Vortrag möchte sich solchen Grenztemporalitäten zuerst aus theoretischer Perspektive annähern, um sie dann in Bezug auf Flucht und Migration explorativ zu erörtern.
Dr. Carolin Leutloff-Grandits ist Sozialanthropologin und forscht zu Migration, Familie, sozialer Sicherheit und der Bedeutung von Grenzen. Nach ihrem Doktorat am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle/Saale war sie an der Universität Graz tätig und hat u.a. an der Universität Wien gelehrt. Seit 2018 ist sie wiss. Koordinatorin des Viadrina Centers B/ORDERS IN MOTION an der Europa Universität Viadrina in Frankfurt (Oder).
22. Februar 2018
Infrastrukturen der Grenze
Hannes Krämer (Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder)
22. Februar 2018, 15.30-17.00 Uhr
Universität Luxemburg, Campus Belval
Maison du Savoir, salle 3.120
Grenzen existieren nicht von sich aus, sondern bedürfen materieller und symbolischer Hervorbringungen. Sie sind dabei auf Infrastrukturen angewiesen, also auf die wirkmächtigen, häufig unsichtbaren Grundlagen der Verbindung und Trennung, die als eine Art "Substrat" eine Basis für soziale Prozesse darstellen. Grenzen als infrastrukturelle Gebilde zu fassen, eröffnet sowohl einen Zugang zu einzelnen Dimensionen der vielfältigen Grenzziehungsprozesse als auch eine Beschreibung der Relationalität von Grenzdimensionen. Der Vortrag rekonstruiert das Potenzial des Infrastrukturbegriffs für die Analyse von border- sowie boundary-Prozessen und zeigt die praxeologische Reformulierung eines solchen Grenzverständnisses.
Dr. Hannes Krämer ist wiss. Koordinator "Grenzforschung" und Leiter der Forschungsgruppe "Border & Boundary Studies" am Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION. Er hat Sozial- und Kommunikationswissenschaften studiert und wurde mit einer Ethnografie der Kreativarbeit promoviert. Seine Arbeitsgebiete sind Grenzforschung, Praxistheorien, Arbeits- und Organisationsforschung, Mobilitätsstudien und Zeitforschung.
7. Juni 2017
The Work of Global Border Writing
Claudia Sadowski-Smith (Arizona State University)
7. Juni 2017, 16.00-18.00 Uhr
Universität des Saarlandes, Campus Saarbrücken
Gebäude C 5 3, Raum 119
Der Vortrag stellt die Grenztheorie der US-mexikanischen Grenze in den weiteren Kontext globaler Diskurse über aktuelle Grenzquerungen von Menschen. Claudia Sadowski-Smith erläutert, wie die wachsende Zahl von Arbeiten über Grenzüberschreitungen in Richtung der Vereinigten Staaten und Europäischen Union die in den Amerikastudien verbreitete Fokussierung auf das Verhältnis einer bestimmten Bevölkerung zu einer bestimmten geografischen Grenze zunehmend infrage stellt.




